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Ein erfahrener Pfleger mit grauen Schläfen sitzt neben einem älteren Patienten auf der Bettkante, eine Kollegin stellt das Gehgestell bereit.
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Älter werden im Gesundheitsberuf

Wie sich Körper und Schlaf mit den Jahren verändern und was Arbeitsschutz und betriebliches Eingliederungsmanagement dann bieten.

Schichtdienst, schweres Heben und hohe Konzentration verlangen dem Körper viel ab, und mit den Jahren verändern sich Schlaf, Sehen und Hören. Das ist normal und verläuft bei jedem Menschen anders. Wer weiß, was typisch ist und welche Rechte gelten, kann früh gegensteuern.

Inhalt

Altern verläuft sehr unterschiedlich

Mit zunehmendem Alter wird die Anpassung an wechselnde Schichten belastender, die Schlafqualität nimmt ab und der Tagesrhythmus verschiebt sich zum Morgentyp, ab Mitte 40 lässt das Nahsehen nach und ab etwa 50 das Hören hoher Frequenzen; Nachtarbeitnehmerinnen und Nachtarbeitnehmer dürfen sich nach dem 50. Geburtstag jährlich arbeitsmedizinisch untersuchen lassen (§ 6 Abs. 3 ArbZG), und bei mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb eines Jahres muss der Arbeitgeber ein betriebliches Eingliederungsmanagement anbieten (§ 167 Abs. 2 SGB IX).

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung weist darauf hin, dass körperliche und geistige Leistungsfähigkeit mit den Jahren immer weiter auseinandergehen: Unter Älteren sind die Unterschiede größer als unter Jüngeren. Eine 60-jährige Kollegin kann körperlich leistungsfähiger sein als ein 40-jähriger Kollege, andere spüren früh Grenzen. Im Durchschnitt nehmen chronische Erkrankungen mit dem Alter zu. Was typisch ist, ersetzt keine ärztliche Beratung. Mit individuellen Beschwerden wendest du dich an deine Hausärztin oder deinen Hausarzt oder an die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt.

Schichtarbeit und Schlaf mit zunehmendem Alter

Nach der DGUV Information 206-024 vom Juni 2025 können sich mit dem Alter drei Dinge verändern: Die Anpassung an wechselnde Arbeitszeiten beansprucht mehr, die Schlafqualität und damit der Erholungswert nehmen ab, und der Chronotyp verschiebt sich tendenziell zum Morgentyp. Einzelne ältere Beschäftigte können deshalb für Nachtschichten nicht oder nur eingeschränkt geeignet sein. Die DGUV empfiehlt, Schichtarbeit alternsgerecht zu gestalten und damit schon bei jungen Beschäftigten anzufangen.

Die DGUV-Information fasst die Empfehlungen der Arbeitswissenschaft zusammen: vorwärts rotierende Schichtfolgen (Früh, Spät, Nacht), höchstens zwei bis drei Tage in derselben Schicht, möglichst wenige Nachtschichten am Stück (höchstens drei, besser zwei), Freizeitausgleich statt Geldzuschlägen und Angebote, die Wochenarbeitszeit zu verringern. Am besten geeignet sind nach ihrer Einschätzung Schichtsysteme, die sich an den einzelnen Menschen anpassen lassen.

Rechtlich hast du als Nachtarbeitnehmerin oder Nachtarbeitnehmer Anspruch auf eine arbeitsmedizinische Untersuchung vor Beginn und dann alle drei Jahre, nach dem 50. Geburtstag jedes Jahr, auf Kosten des Arbeitgebers (§ 6 Abs. 3 ArbZG). Stellt die Untersuchung fest, dass Nachtarbeit deine Gesundheit gefährdet, kannst du die Umsetzung auf einen geeigneten Tagesarbeitsplatz verlangen, soweit keine dringenden betrieblichen Erfordernisse entgegenstehen (§ 6 Abs. 4 ArbZG). Alle Regeln zu Nachtdienst und Ruhezeiten erklärt unser Beitrag Nachtdienst und Schichtarbeit.

Rücken, Gelenke und körperlich schwere Arbeit

Körperliche Belastung hat großen Einfluss darauf, ob Beschäftigte glauben, bis zur Rente durchzuhalten. Im DGB-Index Gute Arbeit, für den zwischen 2022 und 2026 fast 28.000 Beschäftigte befragt wurden, gehen 72 Prozent derjenigen, die sehr häufig körperlich schwer arbeiten, davon aus, ihre Tätigkeit nicht bis zur Rente ausüben zu können. Bei Beschäftigten, die nie schwer heben, sind es 26 Prozent. Kranken- und Altenpflege gehören zu den Berufsgruppen mit den pessimistischsten Einschätzungen.

Beim Bewegen von Patientinnen und Patienten muss der Arbeitgeber die Belastung beurteilen, Hilfsmittel bereitstellen und schulen. Was du konkret verlangen kannst, steht in unserem Beitrag zur Rückengesundheit in der Pflege. Auch Hitze belastet mit zunehmendem Alter stärker; die Regeln dazu beschreibt der Beitrag zur Hitze am Arbeitsplatz.

Sehen und Hören

Nach Angaben des IQWiG rückt der Abstand, in dem du noch scharf lesen kannst, ab Anfang 40 langsam nach außen; mit etwa 45 Jahren kommen die meisten nicht mehr ohne Lesebrille aus. Zwischen 65 und 70 kommt die Alterssichtigkeit meist zum Stillstand. Für Etiketten auf Ampullen, kleine Skalen und Monitore ist das im Alltag spürbar. Arbeitest du regelmäßig am Bildschirm, muss dir der Arbeitgeber eine arbeitsmedizinische Angebotsvorsorge mit Untersuchung der Augen anbieten. Ergibt sie, dass eine spezielle Sehhilfe für die Bildschirmarbeit nötig ist und eine normale Brille nicht reicht, stellt der Arbeitgeber sie im erforderlichen Umfang zur Verfügung (Anhang Teil 4 ArbMedVV).

Etwa ab dem 50. Lebensjahr lässt laut dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte die Leistungsfähigkeit des Gehörs auf beiden Ohren nach. Meist sind zuerst hohe Frequenzen betroffen, und das Sprachverstehen in lauter Umgebung wird schwieriger. Übergaben in einem vollen Stationszimmer oder Gespräche in der Notaufnahme können dann anstrengender werden. Ruhige Orte für wichtige Absprachen helfen allen im Team.

Wechseljahre am Arbeitsplatz

Im Durchschnitt haben Frauen ihre letzte Regelblutung mit 51 Jahren. Am häufigsten sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche, die auch nachts wecken können. In der Regel werden sie nach vier bis fünf Jahren deutlich seltener. Auch Ein- und Durchschlafprobleme und Stimmungsschwankungen sind möglich. In einem Beruf mit Nachtdiensten und schwerer Schutzkleidung kann das doppelt belasten.

Das Projekt MenoSupport der HWR Berlin hat 2023 online 2.119 Frauen zwischen 28 und 67 Jahren befragt, nach eigenen Angaben in der ersten deutschlandweiten Erhebung zum Thema. Die Stichprobe ist nicht repräsentativ, gibt aber Hinweise: Von den Frauen mit Beschwerden fühlten sich 78,1 Prozent durch Erschöpfung und 65,8 Prozent durch Schlafstörungen bei der Arbeit beeinträchtigt, 74,3 Prozent konnten sich weniger gut konzentrieren. 46,2 Prozent sagten, an ihrem Arbeitsplatz werde nie über Wechseljahre gesprochen. 67,6 Prozent wünschten sich eine offene Kommunikation über das Thema am Arbeitsplatz, als eigene Strategien nannten viele veränderte Pausen und Arbeitszeiten. Bei starken Beschwerden ist die Frauenärztin oder der Frauenarzt die richtige Anlaufstelle.

Betriebliches Eingliederungsmanagement und arbeitsmedizinische Vorsorge

Warst du in den vergangenen zwölf Monaten zusammengerechnet mehr als sechs Wochen krankgeschrieben, am Stück oder in mehreren Abschnitten, muss der Arbeitgeber mit deiner Zustimmung klären, wie die Arbeitsunfähigkeit überwunden und der Arbeitsplatz erhalten werden kann (§ 167 Abs. 2 SGB IX). Du kannst eine Vertrauensperson hinzuziehen, bei Bedarf wird die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt beteiligt, und der Betriebs- oder Personalrat wacht darüber, dass das Verfahren stattfindet. Das BEM ist freiwillig für dich, aber es kann zu angepassten Diensten, Hilfsmitteln oder einer stufenweisen Rückkehr führen. Wie das nach einer schweren Erkrankung abläuft, beschreibt unser Beitrag zur Rückkehr nach einer Krebserkrankung.

Unabhängig davon muss der Arbeitgeber Angebotsvorsorge vor Aufnahme einer Tätigkeit und danach regelmäßig anbieten. Erfährt er von einer Erkrankung, die mit der Tätigkeit zusammenhängen kann, muss er dir unverzüglich eine Angebotsvorsorge anbieten (§ 5 ArbMedVV). Das Ergebnis der Vorsorge bekommst du auf Wunsch, der Arbeitgeber erhält nur eine Bescheinigung darüber, dass, wann und aus welchem Anlass der Termin stattgefunden hat (§ 6 Abs. 3 ArbMedVV). Wer diese Rolle übernimmt, beschreibt unser Beitrag Betriebsärztin oder Betriebsarzt werden.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter habe ich im Nachtdienst Anspruch auf jährliche Untersuchungen?

Nach dem 50. Geburtstag, vorher im Abstand von drei Jahren (§ 6 Abs. 3 ArbZG). Die Kosten trägt der Arbeitgeber, sofern er die Untersuchung nicht kostenlos durch einen Betriebsarzt anbietet.

Warum fallen Nachtschichten mit dem Alter schwerer?

Mit zunehmendem Alter nimmt die Schlafqualität ab, die Anpassung an wechselnde Arbeitszeiten beansprucht mehr und der Tagesrhythmus verschiebt sich zum Morgentyp. Das beschreibt die DGUV Information 206-024.

Muss mein Arbeitgeber mir eine Bildschirmbrille zahlen?

Ja, wenn die arbeitsmedizinische Angebotsvorsorge ergibt, dass eine spezielle Sehhilfe für die Bildschirmarbeit nötig ist und eine normale Brille nicht geeignet ist (Anhang Teil 4 ArbMedVV).

Wann bekomme ich ein betriebliches Eingliederungsmanagement?

Sobald du in zwölf Monaten mehr als sechs Wochen arbeitsunfähig warst, egal ob am Stück oder mit Unterbrechungen (§ 167 Abs. 2 SGB IX). Mitmachen musst du nicht, ohne deine Zustimmung findet kein BEM statt.

Wie häufig sind Beschwerden durch die Wechseljahre bei der Arbeit?

In der nicht repräsentativen MenoSupport-Befragung fühlten sich 78,1 Prozent der Frauen mit Beschwerden durch Erschöpfung und 65,8 Prozent durch Schlafstörungen bei der Arbeit beeinträchtigt. Repräsentative Zahlen für Gesundheitsberufe gibt es bisher nicht.

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