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Eine erfahrene Pflegefachfrau bespricht mit neuen Kolleginnen und einem Kollegen am Tisch die Einarbeitung, vor ihnen liegen Notizen und ein Laptop.
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Einarbeitung und Probezeit klären

Was im Gesundheitswesen vor dem Start zu Einarbeitung und Probezeit vereinbart sein sollte und wie du die ersten Wochen planst.

Die ersten Wochen entscheiden, ob du in einem Team ankommst oder vom ersten Tag an Lücken im Dienstplan füllst. Vieles an der Einarbeitung ist Verhandlungssache, einiges aber ist gesetzlich oder tariflich geregelt: die Probezeit, die Kündigungsfrist, die Unterweisung und die Einweisung in Geräte.

Inhalt

Wie lange die Probezeit dauert

In einer vereinbarten Probezeit kann höchstens sechs Monate lang mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden (§ 622 Abs. 3 BGB); im TVöD gelten die ersten sechs Monate automatisch als Probezeit (§ 2 Abs. 4 TVöD-K). Einen gesetzlichen Anspruch auf ein bestimmtes Einarbeitungskonzept gibt es nicht, wohl aber die Pflicht des Arbeitgebers, dich vor Aufnahme der Tätigkeit zu unterweisen (§ 12 ArbSchG) und in Medizinprodukte einzuweisen (§ 4 Abs. 3 MPBetreibV).

Die zwei Wochen Kündigungsfrist aus § 622 Abs. 3 BGB gelten für beide Seiten, also auch, wenn du selbst gehen willst. Im TVöD-K kann eine kürzere Probezeit vereinbart werden, und wer direkt nach der Ausbildung übernommen wird, hat gar keine (§ 2 Abs. 4 TVöD-K). Die Kündigungsfrist beträgt dort bis zum Ende des sechsten Monats zwei Wochen zum Monatsschluss (§ 34 Abs. 1 TVöD-K).

In einem befristeten Vertrag muss die Probezeit im Verhältnis zur erwarteten Dauer der Befristung und zur Art der Tätigkeit stehen (§ 15 Abs. 3 TzBfG). Eine sechsmonatige Probezeit in einem Vertrag über sechs Monate ist daher angreifbar.

Unabhängig von der Probezeit greift der allgemeine Kündigungsschutz erst, wenn dein Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht (§ 1 Abs. 1 KSchG) und der Betrieb in der Regel mehr als zehn Beschäftigte hat (§ 23 Abs. 1 KSchG). In Praxen mit in der Regel zehn oder weniger Beschäftigten gilt er deshalb für dich nicht. Die Fristen nach der Probezeit vergleicht der Beitrag über Kündigungsfristen in TVöD, AVR und Praxis.

Was schriftlich festgehalten sein muss

Das Nachweisgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich oder unter bestimmten Voraussetzungen in Textform auszuhändigen (§ 2 Abs. 1 NachwG). Dazu gehören unter anderem:

  • Arbeitsentgelt, Arbeitszeit, Ruhepausen und bei Schichtarbeit das Schichtsystem und die Voraussetzungen für Schichtänderungen, spätestens am ersten Arbeitstag
  • Beginn, Arbeitsort, Tätigkeit und Dauer der Probezeit, spätestens am siebten Kalendertag
  • ein etwaiger Anspruch auf vom Arbeitgeber bereitgestellte Fortbildung, spätestens nach einem Monat
  • Kündigungsverfahren mit Fristen und der Hinweis auf anwendbare Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen und kirchliche Arbeitsrechtsregelungen, spätestens nach einem Monat

Eine Einarbeitungszeit nennt das Gesetz nicht. Wenn dir im Gespräch eine begleitete Einarbeitung zugesagt wird, bitte darum, dass sie im Vertrag, in einer Zusatzvereinbarung oder zumindest in einer E-Mail mit Dauer und Ansprechperson festgehalten wird.

Einarbeitungskonzept: Begleitung, Plan und Dienstplan

Gute Einarbeitung hat drei Bausteine: eine feste Ansprechperson, einen schriftlichen Plan mit Lernzielen und Zeiträumen und die Frage, ob du in den ersten Wochen zusätzlich zur regulären Besetzung eingeplant bist. Frag im Gespräch genau danach: Wie viele Dienste laufe ich mit, bevor ich eigenverantwortlich eingeteilt werde? Wer ist meine Ansprechperson, und arbeitet sie im selben Dienstrhythmus?

Im Erhebungsbogen zur Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA wird bei Praxen abgefragt, ob die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schriftlich festgelegt ist. Ein vorhandener Einarbeitungsplan ist also auch ein Zeichen für gelebtes Qualitätsmanagement.

Für Pflegefachpersonen in der Klinik ist die Begleitung durch erfahrene Kolleginnen und Kollegen üblich. Wer selbst Auszubildende begleiten möchte, findet die Anforderungen im Beitrag über die Praxisanleitung. Gilt für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte in Weiterbildung der TVöD-K, verlangt dessen § 5.1 einen Weiterbildungsplan, der Ziele und Inhalte der Weiterbildungsabschnitte sachlich und zeitlich gegliedert festlegt; an vielen Kliniken gelten für Ärztinnen und Ärzte allerdings eigene Tarifverträge.

Unterweisung, Geräte und Systeme

Vor Aufnahme der Tätigkeit muss der Arbeitgeber dich über Sicherheit und Gesundheitsschutz an deinem Arbeitsplatz unterweisen, und zwar während der Arbeitszeit (§ 12 Abs. 1 ArbSchG). In der Klinik gehören dazu Hygiene, Umgang mit Gefahrstoffen und spitzen Gegenständen und das Verhalten im Brandfall.

An Medizinprodukten darfst du nur arbeiten, wenn du dafür ausgebildet bist oder die nötigen Kenntnisse und Erfahrung mitbringst. Außerdem brauchst du eine Einweisung in die richtige Handhabung, bei Software auch nach jedem Update, das die Bedienung mehr als nur geringfügig verändert (§ 4 MPBetreibV). Wie die Einweisung in der Klinik organisiert wird, erklärt der Beitrag zur Medizinprodukte-Betreiberverordnung.

Für Krankenhausinformationssystem, Praxisverwaltungssoftware und elektronische Dokumentation gibt es keine eigene gesetzliche Schulungspflicht. Frag nach, ob du eine Schulung und einen eigenen Zugang vor dem ersten Dienst bekommst. Für Medizinische Fachangestellte entscheidet die Praxissoftware über das Tempo am Empfang, für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten die Terminplanung und Dokumentation.

Feedbackgespräche in der Probezeit

Vereinbare zu Beginn zwei Termine: einen nach etwa sechs bis acht Wochen und einen rechtzeitig vor dem Ende der Probezeit. In Betrieben mit Betriebsrat kannst du verlangen, dass mit dir die Beurteilung deiner Leistungen und deine beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten erörtert werden, und ein Betriebsratsmitglied hinzuziehen (§ 82 Abs. 2 BetrVG).

Bring zu diesen Gesprächen konkrete Punkte mit: Was kannst du schon allein, wo brauchst du noch Begleitung, welche Geräte oder Abläufe sind offen? Später geht es um deine Entwicklung; dazu gibt es den Beitrag über das Entwicklungsgespräch.

Wenn die Einarbeitung ausfällt

Stehst du ab dem ersten Tag voll im Dienstplan, ohne Einweisung in Abläufe und Geräte, sprich es zuerst direkt bei deiner Leitung an und halte fest, was vereinbart war und was fehlt. Beschäftigte sind verpflichtet, eine festgestellte unmittelbare erhebliche Gefahr für Sicherheit und Gesundheit unverzüglich zu melden (§ 16 Abs. 1 ArbSchG). Viele Häuser nutzen dafür eine schriftliche Überlastungs- oder Gefährdungsanzeige; frag Betriebsrat, Personalrat oder Mitarbeitervertretung nach dem üblichen Weg.

Tätigkeiten, für die du nicht eingewiesen bist, lehnst du ab und benennst, was du dafür brauchst. Das schützt Patientinnen und Patienten und dich selbst, gerade in der Probezeit.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Probezeit im TVöD?

Im TVöD-K gelten die ersten sechs Monate als Probezeit, wenn nichts Kürzeres vereinbart ist (§ 2 Abs. 4 TVöD-K). Bei Übernahme direkt nach der Ausbildung entfällt sie.

Welche Kündigungsfrist gilt in der Probezeit?

Nach dem Gesetz zwei Wochen (§ 622 Abs. 3 BGB), im TVöD-K zwei Wochen zum Monatsschluss (§ 34 Abs. 1 TVöD-K). Tarifverträge und kirchliche Regelungen können abweichen.

Darf die Probezeit in einem befristeten Vertrag so lang sein wie die Befristung?

Nicht automatisch: Sie muss im Verhältnis zur erwarteten Dauer der Befristung und zur Art der Tätigkeit stehen (§ 15 Abs. 3 TzBfG). Bei kurzen Befristungen ist eine volle sechsmonatige Probezeit angreifbar.

Welche Angaben zur Fortbildung muss der Arbeitgeber schriftlich machen?

Einen etwaigen Anspruch auf vom Arbeitgeber bereitgestellte Fortbildung muss er dir spätestens einen Monat nach Beginn nachweisen (§ 2 Abs. 1 Satz 7 Nr. 12 NachwG). Eine bestimmte Einarbeitungszeit schreibt das Gesetz nicht vor.

Was tun, wenn ich ab Tag eins voll im Dienstplan stehe?

Sprich die fehlende Einarbeitung bei der Leitung an, halte Vereinbartes und Fehlendes schriftlich fest und lehne Tätigkeiten ab, für die du nicht eingewiesen bist. Die Interessenvertretung kennt den üblichen Weg für eine Überlastungsanzeige.

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