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Eine Hautärztin untersucht mit dem Dermatoskop ein Muttermal am Handrücken eines Patienten, ein Assistenzarzt schaut zu, der Monitor zeigt das Bild.
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Dermatologie in Weiterbildung und Praxis

Die Facharztweiterbildung für Haut- und Geschlechtskrankheiten, der Alltag in der Praxis und das Praxisteam.

Die Dermatologie erkennt und behandelt Krankheiten der Haut, der Unterhaut, der hautnahen Schleimhäute und der Hautanhangsgebilde sowie Geschlechtskrankheiten, konservativ und operativ. Die Weiterbildung umfasst mindestens 60 Monate, darunter ein Jahr in der stationären Akutversorgung. Das Hautkrebs-Screening für gesetzlich Versicherte ab 35 dürfen neben Hautärztinnen und Hautärzten nur hausärztlich Tätige mit Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung durchführen (§§ 31 und 32 KFE-RL).

Inhalt

Die Dermatologie ist stark ambulant: Gut drei Viertel der berufstätigen Hautärztinnen und Hautärzte arbeiten in Praxis oder MVZ. Der Alltag reicht vom Hautkrebs-Screening über Biologika bei Schuppenflechte bis zur Tumorexzision in Lokalanästhesie.

Steckbrief

Zugang
Approbation oder eine ärztliche Berufserlaubnis nach der Bundesärzteordnung (§ 4 Abs. 1 MWBO)
Dauer
mindestens 60 Monate unter Befugnis, davon 12 Monate stationäre Akutversorgung
Umfang
Richtzahlen, unter anderem 250 Dermatoskopien, 250 Hauttestungen, 250 Sonographien der Haut und Lymphknoten, 100 Exzisionen von Tumoren
Rechtsgrundlage
Weiterbildungsordnung der zuständigen Ärztekammer nach der MWBO 2018; für das Hautkrebs-Screening die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des G-BA
Abschluss
Prüfung bei der Landesärztekammer, mindestens 30 Minuten (§ 14 MWBO), danach Fachärztin oder Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Zuständige Stelle
Landesärztekammer
Typische Arbeitsorte
Hautarztpraxen und MVZ, Hautkliniken und Universitätskliniken, Berufsdermatologie

Quelle: (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018 der Bundesärztekammer in der Fassung vom 03.07.2026, Gebiet Haut- und Geschlechtskrankheiten; abgerufen am 27.09.2026.

Hauttumoren und entzündliche Hautkrankheiten

Die Weiterbildungsordnung zeigt, wie breit das Gebiet ist. Neben der Sprechstunde gehören dazu:

  • Tumoren der Haut: Dermatoskopie, Hautsonographie mit Tumordickenmessung, Exzision mit Randmarkierung, Lappenplastiken, Mitwirkung an Immun- und zielgerichteten Therapien, Tumorkonferenzen und Nachsorge
  • Entzündliche Hautkrankheiten: systemische Therapie einschließlich Biologika, krankheitsbewertende Scores, Photo- und Photochemotherapie
  • Allergologie: Prick-, Intrakutan- und Epikutantests, Provokationstests und allergene Immuntherapien
  • Infektionen: Mykologie mit Kultur, Geschlechtskrankheiten einschließlich HIV-Erkrankung, Prophylaxe sexuell übertragbarer Infektionen
  • Venen und Wunden: Duplexsonographie, phlebologische Eingriffe am Unterschenkel, komplexe Wundbehandlung
  • Dermato-Endokrinologie und Andrologie, etwa Spermiogrammanalyse und Fertilitätsfragen vor einer Tumortherapie
  • Berufsdermatologie: Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation berufsbedingter Hauterkrankungen und Hauttumoren

Weiterbildung mit stationärem Pflichtjahr

Die 60 Monate absolvierst du an zugelassenen Weiterbildungsstätten unter einer befugten Ärztin oder einem befugten Arzt. Pflicht sind 12 Monate in der stationären Akutversorgung, bis zu 12 Monate dürfen in anderen Gebieten stattfinden. Den Rest kannst du auch in einer Praxis ableisten, sofern deren Inhaberin oder Inhaber befugt ist (§§ 4 und 5 MWBO).

Die stationäre Zeit hat einen Grund: Zur Weiterbildung gehört die Behandlung akuter dermatologischer Notfälle mit kontinuierlicher Überwachung, auch auf der Intensivstation. Die Weiterbildungsordnung nennt Angioödem, anaphylaktischen Schock, schwere Hautinfektionen wie das nekrotisierende Erysipel, schwere Arzneimittelreaktionen wie das Lyell-Syndrom und Toxizitätssyndrome onkologischer Chemoimmuntherapien.

Zur aktuellen Fassung gehören unter anderem die Beurteilung von Hautveränderungen auf dunkler Haut, Teledermatologie und die fachgebundene genetische Beratung. Außerdem verlangt die Weiterbildungsordnung die Teilnahme an 50 dermatopathologischen Demonstrationen oder klinisch-pathologischen Fallkonferenzen. Wie du deinen Weg planst, zeigt der Beitrag Facharztweiterbildung planen.

Weiterbildung mit stationärem Pflichtjahr
WeiterbildungsinhaltRichtzahl
Dermatoskopie und transkutane Bildgebung250
Hauttestungen: Reibe-, Scratch-, Prick-, Intrakutan- und Epikutantest250
Sonographie der Haut, Unterhaut und hautnahen Lymphknoten250
Doppler- und Duplexsonographie peripherer Gefäße200
Exzision benigner und maligner Tumoren mit Randmarkierung100
Mykologische Diagnostik50
Elektrokaustische Therapie50
Allergene Immuntherapien25
Freie Hauttransplantate10

Quelle: (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018 in der Fassung vom 03.07.2026, S. 111 bis 116, abgerufen am 27.09.2026.

Hautkrebs-Screening nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie

Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren jedes zweite Jahr Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs. Sie besteht aus gezielter Anamnese, standardisierter Ganzkörperinspektion der gesamten Haut einschließlich behaartem Kopf, Befundmitteilung mit Beratung und Dokumentation (§§ 29 und 30 KFE-RL). Ziel ist das frühe Erkennen von Melanom, Basalzellkarzinom und spinozellulärem Karzinom.

Durchführen dürfen das Hautärztinnen und Hautärzte sowie hausärztlich tätige Ärztinnen und Ärzte mit Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung, die ein zertifiziertes achtstündiges Fortbildungsprogramm voraussetzt (§§ 31 und 32 KFE-RL). Stellt eine Hausärztin oder ein Hausarzt einen Verdacht fest, klärt ihn die Dermatologie ab: erneute Ganzkörperinspektion und gegebenenfalls eine histopathologische Untersuchung (§ 30 Abs. 2).

Gut drei Viertel arbeiten ambulant

Die Ärztestatistik weist für Ende 2025 bundesweit 6.820 berufstätige Ärztinnen und Ärzte mit dermatologischer Gebietsbezeichnung aus. 5.258 davon arbeiteten ambulant, 3.303 in eigener Niederlassung und 1.955 angestellt, 1.167 im Krankenhaus und 116 bei Behörden und Körperschaften.

In der Praxis arbeitest du vor allem mit Medizinischen Fachangestellten und dem Praxismanagement zusammen. In der Klinik kommen Pflegefachpersonen, Fachleute aus dem Wundmanagement und die Dermatohistologie dazu, bei Tumoren die interdisziplinäre Tumorkonferenz.

Klinik nach Tarif, Praxis nach Vereinbarung

Angestellt in einer kommunalen Hautklinik, gilt für dich der TV-Ärzte/VKA, der nach Funktion von Entgeltgruppe I bis IV eingruppiert (§ 16 TV-Ärzte/VKA); Universitätshautkliniken zahlen in der Regel nach dem TV-Ärzte der Länder. Weil gut drei Viertel der Hautärztinnen und Hautärzte ambulant arbeiten, ist für viele das frei vereinbarte Gehalt in Praxis oder MVZ der Normalfall. Gehaltsdaten nach Ländern stehen auf der Jobseite Hautärztin und Hautarzt, die Tabelle mit ihren Stufen der Beitrag TV-Ärzte/VKA.

In der Klinik kommen Dienste hinzu, im Regelfall höchstens vier Bereitschaftsdienste und 13 Rufbereitschaften pro Monat (§ 10 TV-Ärzte/VKA).

Zusatz-Weiterbildungen und Berufsdermatologie

Die Zusatz-Weiterbildung Dermatopathologie setzt die Facharztanerkennung für Haut- und Geschlechtskrankheiten voraus und ist Voraussetzung dafür, histologische Befunde aus dem Hautkrebs-Screening selbst zu beurteilen; die Richtlinie spricht von Dermatohistologie (§ 30 Abs. 3 KFE-RL). Ausdrücklich offen stehen Hautärztinnen und Hautärzten außerdem Allergologie, Andrologie, Medikamentöse Tumortherapie und Proktologie, die beiden letzten mit je 12 Monaten unter Befugnis. Phlebologie steht allen Fachärztinnen und Fachärzten offen. Welche zu deinem Ziel passt, ordnet der Beitrag Zusatzweiterbildung wählen ein.

Einen eigenen Schwerpunkt bildet die Berufsdermatologie. Schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen stehen als Nr. 5101 in der Liste der Berufskrankheiten, Plattenepithelkarzinome und multiple aktinische Keratosen durch natürliche UV-Strahlung als Nr. 5103 (Anlage 1 BKV). Was das für Beschäftigte im Gesundheitswesen bedeutet, steht im Beitrag Hautschutz in Gesundheitsberufen.

Abgrenzung zu Pathologie, Hausarztpraxis und Plastischer Chirurgie

  • Pathologie: beurteilt Gewebe aller Organe. Histologische Befunde aus dem Hautkrebs-Screening dürfen Pathologinnen und Pathologen ebenso beurteilen wie Hautärztinnen und Hautärzte mit Zusatz-Weiterbildung (§ 30 Abs. 3 KFE-RL).
  • Allgemeinmedizin: darf mit Genehmigung ebenfalls das Hautkrebs-Screening durchführen, Verdachtsfälle gehen aber zur Dermatologie.
  • Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie: eigene Facharztkompetenz im Gebiet Chirurgie. Die Dermatologie operiert Tumoren der Haut mit Exzisionen, lokalen Lappenplastiken und freien Transplantaten. Die chirurgische Weiterbildung beschreibt der Beitrag Plastische Chirurgie.

Häufige Fragen

Was machen Hautärztinnen und Hautärzte außer der Sprechstunde?

Sie operieren Hauttumoren, führen Allergietests und Immuntherapien durch, behandeln mit Licht und Lasern, befunden Hautsonographien und nehmen an Tumorkonferenzen teil. Mit Zusatz-Weiterbildung kommen Dermatohistologie, Andrologie oder Proktologie dazu.

Wer darf das Hautkrebs-Screening durchführen?

Hautärztinnen und Hautärzte sowie hausärztlich tätige Ärztinnen und Ärzte, die eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung haben. Voraussetzung ist ein zertifiziertes achtstündiges Fortbildungsprogramm (§§ 31 und 32 KFE-RL).

Welche Zusatz-Weiterbildungen sind in der Dermatologie verbreitet?

Dermatopathologie ist nur Hautärztinnen und Hautärzten zugänglich, dazu kommen Allergologie, Andrologie, Phlebologie und Proktologie. Die Voraussetzungen legt die Weiterbildungsordnung deiner Landesärztekammer fest.

Gehört die Behandlung von Geschlechtskrankheiten noch zum Fach?

Ja, Geschlechtskrankheiten stehen schon im Namen der Facharztbezeichnung, und die Weiterbildung umfasst sexuell übertragbare Infektionen einschließlich HIV-Erkrankung und akute venerologische Notfälle. Dazu kommt die Prophylaxe sexuell übertragbarer Infektionen.

Was ist Berufsdermatologie?

Berufsdermatologie befasst sich mit Hauterkrankungen, die durch die Arbeit entstehen oder sich durch sie verschlimmern, etwa Handekzeme durch Feuchtarbeit. Die Weiterbildungsordnung nennt Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation berufsbedingter Dermatosen und Hauttumoren als Inhalt.

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