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Eine PTA stellt in der Rezeptur mit einer Salbenmühle eine Salbe her, der Apotheker schaut ihr über die Schulter, hinten stehen braune Standgefäße.
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Pharmazeutisch-technische Assistenz werden

Die Ausbildung, die Befugnisse in der Apotheke und die Wege, die PTA auch außerhalb der Offizin offenstehen.

Pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten beraten zu Arzneimitteln, geben sie ab, stellen Rezepturen her und prüfen Ausgangsstoffe, grundsätzlich unter Aufsicht einer Apothekerin oder eines Apothekers. Die Ausbildung nach dem PTA-Berufsgesetz dauert in Vollzeit zweieinhalb Jahre, zwei an einer Berufsfachschule und ein halbes in der Apotheke, mit zweiteiliger staatlicher Prüfung. Wer sich so nennen will, braucht eine staatliche Erlaubnis (§ 1 PTAG).

Inhalt

PTA gehören wie Apothekerinnen und Apotheker zum pharmazeutischen Personal einer Apotheke, pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte dagegen nicht. Seit dem Sommer 2026 sind neue Aufgaben dazugekommen: Impfen per Delegation und, in ländlichen Apotheken, die befristete Aufrechterhaltung des Betriebs, wenn die Leitung abwesend ist.

Steckbrief

Zugang
mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit mindestens zweijähriger Berufsausbildung, dazu Zuverlässigkeit, gesundheitliche Eignung und Deutschkenntnisse (§ 10 PTAG)
Dauer
zweieinhalb Jahre in Vollzeit, in Teilzeit höchstens fünf Jahre (§ 11 PTAG)
Umfang
2.600 Stunden Unterricht, 160 Stunden Apothekenpraktikum während der Schulzeit, Erste Hilfe, sechs Monate praktische Ausbildung in der Apotheke (§ 1 PTA-APrV)
Rechtsgrundlage
PTA-Berufsgesetz (PTAG) und Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (PTA-APrV)
Abschluss
Staatliche Prüfung in zwei Abschnitten, danach Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung
Zuständige Stelle
die zuständige Behörde des Landes
Typische Arbeitsorte
öffentliche Apotheken, Krankenhausapotheken, Versandapotheken

Quelle: §§ 1, 10, 11 PTAG und § 1 PTA-APrV (gesetze-im-internet.de), Abruf am 27.09.2026.

Offizin, Rezeptur und Labor

Der größte Teil der Arbeit findet in der Offizin statt, dem Verkaufsraum der Apotheke. Dort prüfst du Rezepte, heute meist E-Rezepte, berätst zur Einnahme und zu Wechselwirkungen und empfiehlst in der Selbstmedikation. Hinter der Offizin liegen Labor und Rezeptur:

  • Rezepturen herstellen, etwa Salben, Kapseln oder Lösungen nach ärztlicher Verordnung, mit Plausibilitätsprüfung und Dokumentation
  • Ausgangsstoffe und Fertigarzneimittel prüfen, zum Beispiel Identität von Wirkstoffen im Labor
  • Warenwirtschaft, Lieferengpässe und Rücksprache mit Arztpraxen, wie im Beitrag E-Rezept im Arbeitsalltag beschrieben
  • Messungen und Schnelltests, seit 2026 auch patientennahe Tests auf Influenza, RS-, Noro-, Rota- und Adenoviren (§ 24 IfSG)
  • Impfstoffe verabreichen, wenn eine impfberechtigte Apothekerin oder ein Apotheker delegiert und beaufsichtigt

Schule, Apothekenpraktikum und praktische Ausbildung

Schule, Praktikum und Apothekenpraxis gehören fest zusammen. Die zwei Schuljahre an einer staatlichen, staatlich genehmigten oder anerkannten Schule umfassen 2.600 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht. Parallel leistest du außerhalb der Unterrichtszeit ein Praktikum von 160 Stunden in einer Apotheke, in Abschnitten von mindestens fünf Tagen, dazu eine Grundausbildung in Erster Hilfe von mindestens neun Unterrichtseinheiten.

Schule, Apothekenpraktikum und praktische Ausbildung
FachStunden
Galenische Übungen480
Arzneimittelkunde mit Information, Beratung und digitalen Technologien320
Chemisch-pharmazeutische Übungen280
Übungen zur Abgabe und Beratung200
Galenik160
Allgemeine und pharmazeutische Chemie160

Quelle: Anlage 1 Teil A PTA-APrV, zusammen 2.600 Stunden, abgerufen am 27.09.2026.

Am Ende der Schulzeit steht der erste Prüfungsabschnitt mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil. Erst danach beginnt die praktische Ausbildung von sechs Monaten, davon mindestens drei in einer öffentlichen Apotheke, den Rest kannst du auch in einer Krankenhausapotheke ableisten. Du führst ein Tagebuch mit je vier hergestellten und geprüften Arzneimitteln, und der zweite Prüfungsabschnitt ist eine mündliche Prüfung (§§ 1 und 2 PTA-APrV).

Für die praktische Ausbildung schließt du einen Ausbildungsvertrag mit der Apothekenleitung oder dem Krankenhausträger. Der Träger zahlt eine angemessene monatliche Vergütung (§ 21 PTAG) und muss mindestens 10 Prozent der Zeit als Praxisanleitung sicherstellen (§ 17 PTAG). Für die Schulzeit regelt das PTAG keine Vergütung; ob Schulgeld anfällt, hängt vom Träger der Schule ab.

Arbeit unter Aufsicht und ihre Ausnahmen

Grundsätzlich übst du pharmazeutische Tätigkeiten unter Aufsicht einer Apothekerin oder eines Apothekers aus (§ 7 Abs. 1 PTAG). Die Apothekenbetriebsordnung erlaubt eine Ausnahme: Die Aufsicht entfällt für festgelegte Tätigkeiten, wenn du mindestens drei Jahre in Apotheken gearbeitet und die Prüfung mindestens mit gut bestanden hast oder fünf Jahre Berufserfahrung mitbringst, ein gültiges Fortbildungszertifikat einer Apothekerkammer hast und die Leitung nach mindestens einem Jahr gemeinsamer Arbeit schriftlich festlegt, was du ohne Aufsicht übernimmst (§ 3 Abs. 5b ApBetrO). Bei parenteralen Zubereitungen, beim Verblistern und bei der Abgabe von Betäubungsmitteln bleibt die Aufsicht Pflicht.

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz hat im Juli 2026 zwei neue Befugnisse gebracht. Impfberechtigte Apothekerinnen und Apotheker dürfen dir die Verabreichung von Impfstoffen übertragen, wenn du ärztlich geschult bist und beaufsichtigt wirst; Aufklärung, Anamnese und Einwilligung bleiben bei ihnen (§ 20c Abs. 4 IfSG). Außerdem kann die Behörde bis Ende 2031 erlauben, dass eine erfahrene PTA eine ländliche Apotheke ohne andere Apotheke im Umkreis von 6 Kilometern an bis zu 20 Tagen im Jahr allein aufrechterhält (§ 29 ApoG). Voraussetzungen und Kritik erklärt PTA-Vertretung und Impfen, die ganze Reform der Beitrag ApoVWG: Was die Apothekenreform ändert.

Öffentliche, Krankenhaus- und Versandapotheke

  • Öffentliche Apotheke: Beratung, Abgabe, Rezeptur und Notdienste; der Alltag hängt stark von Lage und Kundschaft ab.
  • Krankenhausapotheke: Versorgung der Stationen statt Laufkundschaft, dazu Herstellung, teils auch parenterale Zubereitungen, für die die Aufsicht immer vorgeschrieben ist.
  • Versandapotheke: Beratung auf Distanz und Abgabe im Versand; die Bundesagentur für Arbeit nennt sie neben öffentlichen und Krankenhausapotheken als Arbeitgeber.
  • Pharmazeutische Industrie: Als Aufstiegswege dorthin nennt die Bundesagentur für Arbeit die Prüfung zur Industriemeisterin oder zum Industriemeister Fachrichtung Pharmazie und ein Bachelorstudium Pharmatechnik. Die Aufsichtsregeln der Apothekenbetriebsordnung gelten dort nicht.

ADEXA-Tarif und Regionaltarife

Für öffentliche Apotheken schließen ADEXA und der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken einen Bundesrahmentarifvertrag und einen Gehaltstarifvertrag, dessen aktuelle Tabelle seit dem 1. Januar 2026 gilt; Krankenhausapotheken sind ausdrücklich ausgenommen (§ 1 BRTV). Nordrhein und Sachsen haben eigene Tarifgemeinschaften mit eigenen Gehaltstarifverträgen. Eingestuft wird nach Berufsjahren, gezählt ab dem Monat nach Erteilung der Erlaubnis. In der Krankenhausapotheke richtet sich die Bezahlung nach dem Tarif des Krankenhauses, etwa dem TVöD. Die Tabellen stehen im Beitrag Apotheke: Tarif für PTA, PKA, Approbierte, das mittlere Gehalt laut Entgeltatlas auf der Jobseite PTA.

Fortbildung, Aufstieg und Anerkennung

Die Apothekerkammern vergeben Fortbildungszertifikate, die für die Arbeit ohne Aufsicht nach § 3 Abs. 5b ApBetrO Voraussetzung sind. Der Tarifvertrag gibt Vollzeitkräften dafür sechs Werktage bezahlte Fortbildungszeit innerhalb von zwei Kalenderjahren (§ 12 BRTV).

Mit Hochschulzugangsberechtigung führt ein Studium weiter, am naheliegendsten Pharmazie, beschrieben in Pharmazie studieren. Wer den Beruf im Ausland gelernt hat, lässt die Gleichwertigkeit prüfen; das PTAG sieht dafür Kenntnisprüfung, Eignungsprüfung oder Anpassungslehrgang vor (§§ 36 bis 41 PTAG).

Abgrenzung zu PKA, Apothekerberuf und Chemielabor

Häufige Fragen

Was darf ich als PTA ohne Aufsicht?

Nur die Tätigkeiten, die deine Apothekenleitung nach § 3 Abs. 5b ApBetrO schriftlich festgelegt hat, wenn du Berufserfahrung und Fortbildungszertifikat nachweist. Parenterale Zubereitungen, Verblistern und die Abgabe von Betäubungsmitteln bleiben immer unter Aufsicht.

Wird die PTA-Ausbildung vergütet?

In der sechsmonatigen praktischen Ausbildung ja: Der Träger muss eine angemessene monatliche Vergütung zahlen (§ 21 PTAG). Für die zwei Schuljahre sieht das Gesetz keine Vergütung vor.

Darf ich als PTA impfen?

Ja, per Delegation durch eine impfberechtigte Apothekerin oder einen Apotheker, unter deren Aufsicht und nach eigener ärztlicher Schulung (§ 20c Abs. 4 IfSG). Aufklärung, Anamnese, Einwilligung und Dokumentation darfst du nicht übernehmen.

Kann ich als PKA die PTA-Ausbildung verkürzen?

Das Praktikum von 160 Stunden während der Schulzeit entfällt für pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (§ 1 Abs. 3 PTA-APrV). Eine weitergehende Verkürzung durch Anrechnung gleichwertiger Ausbildungen regelt § 12 PTAG; darüber entscheidet die Landesbehörde auf Antrag.

Wie lange dauert die Ausbildung in Teilzeit?

Höchstens fünf Jahre (§ 11 Abs. 2 PTAG). Auf Antrag kann die Behörde die Ausbildung verlängern, wenn das nötig ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen.

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