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Urologe erklärt einem Patienten am Nierenmodell den Befund, eine Medizinische Fachangestellte dokumentiert.
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Urologin oder Urologe werden

Die Facharztweiterbildung in der Urologie, die Orte, an denen Urologinnen und Urologen arbeiten, und das Team um sie herum.

Die Urologie umfasst Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von Erkrankungen des männlichen Urogenitalsystems und der weiblichen Harnorgane. Fachärztin oder Facharzt für Urologie wirst du nach der Approbation mit mindestens 60 Monaten Weiterbildung unter Befugnis und einer Prüfung vor der Landesärztekammer. Die Urologie verbindet operative Chirurgie, Endoskopie, Tumortherapie und Sprechstundenmedizin in einem Gebiet.

Inhalt

Nach der Ärztestatistik der Bundesärztekammer arbeiteten Ende 2025 mehr berufstätige Urologinnen und Urologen ambulant als im Krankenhaus. Die Praxis ist deshalb mindestens so wichtig wie die Klinik, und die Weiterbildung bereitet mit Sprechstunde, Ultraschall und Urodiagnostik ausdrücklich auch darauf vor.

Steckbrief

Zugang
Approbation als Ärztin oder Arzt
Dauer
mindestens 60 Monate Urologie unter Befugnis, davon bis zu 12 Monate in anderen Gebieten möglich
Rechtsgrundlage
(Muster-)Weiterbildungsordnung 2018 der Bundesärztekammer, verbindlich in der Fassung deiner Landesärztekammer
Abschluss
Prüfung vor der Landesärztekammer von mindestens 30 Minuten, danach Facharztbezeichnung
Zuständige Stelle
Landesärztekammer
Typische Arbeitsorte
urologische Kliniken und Abteilungen, urologische Praxen und Versorgungszentren, Universitätskliniken, Rehabilitationskliniken

Quelle: MWBO, Gebiet Urologie und §§ 4, 14, Fassung vom 03.07.2026.

Station, OP und Sprechstunde

Die Urologie verbindet Station, OP und Sprechstunde. Auf Station versorgst du Patientinnen und Patienten nach einer Tumoroperation, im OP schiebst du ein Endoskop durch die Harnröhre, um einen Blasentumor abzutragen, und in der Sprechstunde geht es um Harnwegsinfekte, Nierensteine, Inkontinenz, erektile Dysfunktion oder die Früherkennung. Notfälle wie Harnverhalt, Nierenkolik oder Hodentorsion gehören zum Dienst.

Die Weiterbildungsordnung zeigt mit ihren Richtzahlen, was du bis zum Facharzt sicher beherrschen sollst. Einige Beispiele:

  • 100 transurethrale und 25 suprapubische Blasenkatheter sowie 25 Evakuationen einer Blasentamponade
  • 300 Ultraschalluntersuchungen von Niere, Blase, Hoden, Penis, Abdomen und Retroperitoneum sowie 80 transrektale Untersuchungen der Prostata
  • 50 Urethrozystoskopien und 20 invasive urodynamische Untersuchungen
  • 40 transurethrale Therapien des Blasentumors, 30 operative Therapien der Prostatahyperplasie und 40 Ureterschienen
  • 50 erste Assistenzen bei Eingriffen höherer Schwierigkeit wie radikaler Prostatektomie oder Zystektomie mit Harnableitung
  • medikamentöse Tumortherapie in 100 Behandlungsfällen und 20 Falldarstellungen in Tumorkonferenzen

60 Monate Weiterbildung in der Urologie

Die Mindestweiterbildungszeit beträgt 60 Monate in der Urologie unter Befugnis an Weiterbildungsstätten. Bis zu zwölf Monate dürfen zum Kompetenzerwerb in anderen Gebieten erfolgen. Die Weiterbildung erfolgt grundsätzlich ganztägig und hauptberuflich. In Teilzeit mit mindestens der Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit verlängert sich die Zeit entsprechend.

Du dokumentierst die Weiterbildung laufend im elektronischen Logbuch. Die oder der Befugte bestätigt den Stand mindestens einmal jährlich und führt mit dir nach jedem Abschnitt, mindestens aber jährlich, ein Gespräch, das ebenfalls im Logbuch festgehalten wird. Nur Zeiten im Umfang der persönlichen Befugnis werden angerechnet; wie du das vor einer Zusage prüfst, erklärt der Beitrag Weiterbildungsbefugnis prüfen. Nach der Zulassung setzt die Kammer die Prüfung spätestens sechs Monate später an. Sie dauert mindestens 30 Minuten und kann sich auf alle Inhalte der Weiterbildung erstrecken. Den Gesamtablauf von der ersten Stelle bis zum Kammerwechsel beschreibt Facharztweiterbildung planen.

Rechtsrahmen und Inhalte

Für dich gilt die Weiterbildungsordnung der Kammer, in der du Mitglied bist; das Muster der Bundesärztekammer dient ihr als Vorlage, Abweichungen sind möglich. Zum Gebiet gehören neben Operation und Endoskopie auch Inhalte, die man in der Urologie nicht sofort erwartet: fachgebundene genetische Beratung, Kinderurologie mit Zirkumzisionen und Orchidopexien, Andrologie mit Spermiogrammen nach WHO-Standard, Sexualmedizin mit Sexualanamnese und Röntgenuntersuchungen wie Miktionszysturethrographie und retrograde Urethrographie.

Für Röntgenuntersuchungen, die du selbst durchführst und befundest, brauchst du die Fachkunde im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung.

Mehr Praxis als Klinik

6.858 berufstätige Urologinnen und Urologen weist die Ärztestatistik der Bundesärztekammer zum 31. Dezember 2025 aus. 3.571 arbeiteten ambulant, davon 2.624 niedergelassen und 947 angestellt, 2.932 stationär, darunter 412 in leitender Funktion. Die Praxis ist damit der häufigere Arbeitsort. Wie du Niederlassung und Anstellung abwägst, beschreibt der Beitrag Niederlassung oder Anstellung.

Im Team arbeitest du eng mit diesen Berufen zusammen:

Tarif, Arbeitszeit und Dienste

In kommunalen Krankenhäusern gilt der TV-Ärzte/VKA. In der Weiterbildung bist du in Entgeltgruppe I eingruppiert, mit der Facharztanerkennung und entsprechender Tätigkeit in II, als Oberärztin oder Oberarzt in III. Im Schnitt sind 40 Stunden pro Woche vereinbart (§ 7 TV-Ärzte/VKA). Arbeit am Wochenende einschließlich Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft darf an höchstens zwei Wochenenden im Monat angeordnet werden, einmal im Quartal an einem weiteren, und ein freies Wochenende im Monat ist zu gewährleisten (§ 8 Abs. 4 TV-Ärzte/VKA). An Universitätskliniken gilt der TV-Ärzte der TdL mit den Gruppen Ä 1 bis Ä 4.

Die Stufen und Tabellen erklärt TV-Ärzte/VKA: Entgeltgruppen und Stufen. Wo die Gehälter von Urologinnen und Urologen laut Entgeltatlas liegen, bundesweit und für einzelne Bundesländer, zeigt die Jobseite Urologie.

Zusatz-Weiterbildungen und Spezialisierung

Die Muster-Weiterbildungsordnung kennt mehrere Zusatz-Weiterbildungen, die an die Urologie anschließen, darunter Andrologie, Spezielle Kinder- und Jugend-Urologie, Sexualmedizin und Transplantationsmedizin. Die Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie gehören dagegen schon zur urologischen Facharztweiterbildung. Einen Schwerpunkt innerhalb der Urologie sieht die Muster-Weiterbildungsordnung nicht vor; Spezialisierung entsteht über diese Zusatzbezeichnungen. Auf dem Weg zur Oberarztposition hilft das Berufsbild Oberärztin und Oberarzt.

Abgrenzung zu Gynäkologie, Nephrologie und Chirurgie

  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe: Die weiblichen Harnorgane gehören zur Urologie, die inneren und äußeren Geschlechtsorgane der Frau zur Gynäkologie.
  • Innere Medizin und Nephrologie: eigene Facharztkompetenz im Gebiet Innere Medizin für die konservative Behandlung von Nierenerkrankungen und die Dialyse. Die Urologie vermittelt Nierenersatztherapie und Transplantation nur als Grundlagen und Indikation.
  • Allgemeinchirurgie: Facharztkompetenz im Gebiet Chirurgie mit 72 Monaten Weiterbildung; die Urologie ist dagegen ein eigenes Gebiet mit 60 Monaten.

Stand der Regeln

Die Muster-Weiterbildungsordnung von 2018 liegt in der Fassung vom 3. Juli 2026 vor. Die Landesärztekammern übernehmen Änderungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, deshalb gilt für dich die Weiterbildungsordnung deiner Kammer mit ihren eigenen Übergangsbestimmungen. Wer die Weiterbildung noch nach einer älteren Ordnung begonnen hat, kann sie nach dem Muster innerhalb von sieben Jahren nach Inkrafttreten der neuen Ordnung nach altem Recht abschließen und die Prüfung beantragen. Maßgeblich ist, wann deine Kammer die neue Ordnung in Kraft gesetzt hat.

Häufige Fragen

Gehört genetische Beratung zur urologischen Weiterbildung?

Ja, die Muster-Weiterbildungsordnung verlangt fachgebundene genetische Beratung bei diagnostischer und prädiktiver genetischer Untersuchung sowie das Erkennen erblich bedingter Krankheitsbilder des Fachgebiets. Dazu gehören auch die methodischen, psychosozialen und ethischen Aspekte der Beratung.

Gehört die Früherkennung von Prostatakrebs zur Weiterbildung?

Ja, die Muster-Weiterbildungsordnung verlangt die Durchführung urologischer Früherkennungsuntersuchungen und 15 transrektal sonographisch gesteuerte Prostatabiopsien. Dazu kommt Wissen über Gesundheit und Gesundheitsrisiken von Jungen und Männern.

Wie viele Ultraschalluntersuchungen brauche ich bis zur Facharztprüfung?

Die Richtzahl liegt bei 300 Ultraschalluntersuchungen der urologischen Organe, dazu 80 transrektale Untersuchungen der Prostata, 15 ultraschallgestützte Biopsien und 10 ultraschallgestützte Interventionen. Die Richtzahlen dokumentierst du im elektronischen Logbuch.

Gibt es in der Urologie eine Zusatz-Weiterbildung für Kinder?

Ja, die Zusatz-Weiterbildung Spezielle Kinder- und Jugend-Urologie. Grundlagen der Kinderurologie wie Zirkumzisionen und Orchidopexien gehören aber schon zur Facharztweiterbildung.

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