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Zahnmedizinische Fachassistentin bereitet einen Abdrucklöffel vor, eine Auszubildende schaut aufmerksam zu.
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Aufstieg zur Zahnmedizinischen Fachassistenz

Die Fortbildung zur ZMF, die delegierbaren Leistungen und der Einsatz im Alltag der Zahnarztpraxis.

Zahnmedizinische Fachassistentinnen und Fachassistenten verbinden in der Zahnarztpraxis die Prophylaxe bei Patientinnen und Patienten mit Abrechnung, Praxisorganisation und der Ausbildung des Nachwuchses. Die ZMF ist eine Aufstiegsfortbildung für Zahnmedizinische Fachangestellte, die die Zahnärztekammern nach § 54 Berufsbildungsgesetz regeln und prüfen. Die ZMF-Musterordnung der Bundeszahnärztekammer setzt mindestens 700 Unterrichtsstunden an.

Inhalt

Die ZMF ist die breiteste der Aufstiegsfortbildungen: Sie enthält fast alles aus der Prophylaxeassistenz und dazu die Grundlagen der Verwaltungsassistenz. Das macht sie länger, aber auch vielseitiger, und sie ist eine der beiden Eingangsvoraussetzungen für die klassische Fortbildung zur Dentalhygiene.

Steckbrief

Zugang
Abschluss als ZFA oder Zahnarzthelferin, grundsätzlich ein Jahr einschlägige Berufstätigkeit, Notfallkurs, aktuelle Kenntnisse im Strahlenschutz (Musterordnung)
Umfang
mindestens 700 Unterrichtsstunden, kompakt oder modular, in Vollzeit oder berufsbegleitend
Rechtsgrundlage
Prüfungsregelung deiner Landeszahnärztekammer nach § 54 BBiG; Vorbild ist die ZMF-Musterordnung der Bundeszahnärztekammer vom 17. Dezember 2014
Abschluss
Fortbildungsprüfung vor der Zahnärztekammer: schriftlich, praktisch am Patienten mit Fachgespräch und mündlich mit Kurzvortrag
Zuständige Stelle
Landeszahnärztekammer oder Zahnärztekammer
Typische Arbeitsorte
Zahnarztpraxen, kieferorthopädische Praxen, zahnmedizinische Versorgungszentren

Quelle: ZMF-Musterordnung und Besondere Rechtsvorschriften der Bundeszahnärztekammer vom 17. Dezember 2014, abgerufen am 27.09.2026.

Prophylaxe, Ausbildung und Abrechnung an einem Tag

Eine ZMF wechselt oft innerhalb eines Tages die Rolle. Vormittags stehen Prophylaxesitzungen mit Befund, Belagentfernung und Mundhygieneberatung im Kalender, mittags die Einarbeitung einer Auszubildenden in die Instrumentenaufbereitung, nachmittags die Quartalsabrechnung oder ein Qualitätszirkel. In der Kieferorthopädie kommen Tätigkeiten hinzu, die § 1 Abs. 6 Zahnheilkundegesetz ausdrücklich für delegierbar erklärt.

Nach der Musterordnung soll die Fortbildung dich unter anderem befähigen:

  • präventive und therapeutische Maßnahmen umzusetzen und spezielle Prophylaxe begleitend zur kieferorthopädischen Behandlung durchzuführen
  • individualprophylaktische Aufgaben risikoorientiert für alle Altersgruppen zu planen und umzusetzen
  • abrechnungsbezogene Abläufe im gesamten Leistungsspektrum der Praxis zu planen und die Dokumentation zu überwachen
  • beim Qualitätsmanagement gestaltend mitzuwirken und den Personaleinsatz rechtskonform zu organisieren
  • die Ausbildung der Auszubildenden zu planen und bei der Durchführung mitzuwirken

Vierzehn Kompetenzfelder und die ZMF-Prüfung

Die Musterordnung gliedert die Fortbildung in vierzehn Handlungs- und Kompetenzfelder. Neun davon betreffen die Arbeit mit Patientinnen und Patienten: allgemeinmedizinische und zahnmedizinische Grundlagen, Ernährungslehre, Prophylaxe oraler Erkrankungen, Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf, klinische Dokumentation, Kommunikation, Arbeitssicherheit und Unterstützung bei kieferorthopädischen Behandlungen. Fünf betreffen die Praxis als Betrieb: Abrechnungswesen, Praxisorganisation und Qualitätsmanagement, Rechts- und Wirtschaftskunde, Informationstechnologie sowie Ausbildungswesen und Pädagogik. Geübt wird am Modell, am Phantomkopf und unter zahnärztlicher Aufsicht am Patienten.

Vierzehn Kompetenzfelder und die ZMF-Prüfung
PrüfungsteilDauer
Schriftliche Prüfung in neun Prüfungsbereichen12 bis 14 Stunden
Praktische Prüfung als komplexe Sitzung am Patienten, mit Fachgespräch90 bis 120 Minuten
Mündliche Prüfung mit Kurzvortrag von 10 bis 15 Minuten30 bis 45 Minuten

Quelle: Besondere Rechtsvorschriften für die Fortbildungsprüfung ZMF, Bundeszahnärztekammer, Dezember 2014.

Das Thema des Kurzvortrags gibt der Prüfungsausschuss spätestens zwei Monate vor dem Termin vor, ausgearbeitet wird er zu Hause. Verbindlich ist die Ordnung deiner Kammer, und die weicht teils deutlich ab: Die Landeszahnärztekammer Thüringen etwa organisiert die ZMF berufsbegleitend in Bausteinen mit ungefähr 800 Unterrichtsstunden über etwa eineinhalb Jahre. Den Vergleich der Kammerregeln zeigt der Beitrag ZMP, ZMF, ZMV und DH im Vergleich.

Was du als ZMF übernehmen darfst

Das Zahnheilkundegesetz nennt die Zahnmedizinische Fachhelferin, die Vorgängerbezeichnung der ZMF, ausdrücklich als Personal, an das delegiert werden darf. Nach § 1 Abs. 5 ZHG gehören dazu Röntgenaufnahmen, die Entfernung von Belägen einschließlich klinisch erreichbarer subgingivaler Beläge, Füllungspolituren, provisorische Verschlüsse, Kronen und Brücken, Situationsabdrücke, Trockenlegen, Indizes, Kariesrisikobestimmung, Fluoridierung und Fissurenversiegelung. In der Kieferorthopädie kommen nach § 1 Abs. 6 ZHG das Aus- und Einligieren von Bögen, Auswahl und Anprobe von Bändern und das Entfernen von Kunststoffresten nach der Bracketentfernung hinzu.

Die Bedingungen legt der Delegationsrahmen der Bundeszahnärztekammer fest: Die Zahnärztin oder der Zahnarzt legt deinen Einsatzrahmen möglichst schriftlich fest, ordnet jede Leistung konkret an, bleibt erreichbar und kontrolliert das Ergebnis. Je höher deine Qualifikation, desto mehr darf delegiert werden, doch Gefahrennähe und Krankheitsbild können eine Delegation im Einzelfall ausschließen.

Einsatz in der Praxis

  • Kleine und mittlere Praxis: Hier zahlt sich die Breite aus, weil eine Person Prophylaxe, Abrechnung und Ausbildung abdecken kann.
  • Kieferorthopädische Praxis: Die in der Musterordnung vorgesehene Unterstützung bei kieferorthopädischen Behandlungen passt genau zu den Aufgaben nach § 1 Abs. 6 ZHG.
  • Größere Praxis oder Versorgungszentrum: Die Inhalte zu Personaleinsatz, Qualitätsmanagement und Ausbildung passen zu Aufgaben in Teamleitung und Ausbildungskoordination.

Zuschlag im ZFA-Tarif und Aufstiegs-BAföG

Im Vergütungstarifvertrag von AAZ und Verband medizinischer Fachberufe steht die ZMF in Tätigkeitsgruppe IV mit 25 Prozent Zuschlag auf die Grundvergütung, bei mehreren Qualifikationen dieser Gruppe und entsprechendem Einsatz mit mindestens 30 Prozent. Der Vertrag gilt nur in Hamburg, Niedersachsen, im Saarland und in Westfalen-Lippe. Die Beträge je Berufsjahr stehen im Beitrag ZFA-Gehalt, Tarif und Zulagen. Einen eigenen Entgeltatlas-Wert nur für ZMF gibt es nicht; die Jobseite ZMF nennt deshalb die Werte der Berufsgruppe Zahnmedizinische Fachangestellte auf dem Anforderungsniveau Spezialist.

Mit mindestens 700 Unterrichtsstunden übertrifft die ZMF die Mindestdauer des Aufstiegs-BAföG deutlich. Berufsbegleitend muss die Maßnahme innerhalb von 48 Monaten abgeschlossen sein und im Durchschnitt mindestens 18 Unterrichtsstunden im Monat haben (§ 2 Abs. 3 AFBG). Wie Zuschuss und Darlehen aufgeteilt sind, erklärt Aufstiegs-BAföG in Gesundheitsberufen.

Weiter zur Dentalhygiene oder ins Praxismanagement

Mit der ZMF erfüllst du die Eingangsvoraussetzung für die klassische Fortbildung zur Dentalhygienikerin oder zum Dentalhygieniker, die nach der Musterordnung mindestens 800 Unterrichtsstunden umfasst und grundsätzlich ein weiteres Jahr Berufstätigkeit nach der ZMF verlangt. In Richtung Verwaltung führt die Fortbildung zur Fachwirtin oder zum Fachwirt für Zahnärztliches Praxismanagement, im ZFA-Tarif ebenfalls in Tätigkeitsgruppe IV. Das Berufsbild Dentalhygienikerin und Dentalhygieniker beschreibt die Arbeit nach der DH.

ZMF, ZMP oder ZMV

Häufige Fragen

Führt die ZMF auch zur Dentalhygiene?

Ja, die ZMF berechtigt wie die ZMP zur klassischen DH-Fortbildung. Kürzer ist der Weg über die ZMP, und nur mit ZMP erlässt die Musterordnung beim Bachelor Professional in Dentalhygiene den ersten Teil.

Darf ich als ZMF Auszubildende ausbilden?

Die Musterordnung bereitet dich darauf vor, die Ausbildung zu planen und bei der Durchführung mitzuwirken. Ausbildender im Sinne des Berufsbildungsgesetzes bleibt die Praxis, und ob du als Ausbilderin oder Ausbilder benannt werden kannst, prüft die Zahnärztekammer als zuständige Stelle.

Wird mein ZMF-Abschluss in einem anderen Bundesland anerkannt?

Ja, nach der Musterordnung erkennen die Kammern Prüfungen anderer Zahnärztekammern an, soweit sie inhaltlich und zeitlich gleichwertig sind. Maßgeblich ist die Ordnung der Kammer, bei der du arbeitest.

Kann ich die ZMF in Modulen neben dem Job machen?

Ja, die Musterordnung lässt die Fortbildung kompakt oder modular zu, in Vollzeit oder berufsbegleitend. Bei modularen Angeboten kann die Prüfung nach dem jeweiligen Baustein stattfinden, bestandene Teile werden bescheinigt.

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